Musik und Geräusche im Film
Der Ton zum Film ist nicht nur da, damit wir die Schauspieler verstehen. Vielmehr handelt es sich um eine eigene Erzählebene. Die Tonebene selbst setzt sich aus folgenden Elementen zusammen.
Sprache:
Ob als Dialog, als Monolog, als Kommentar oder innerer Monolog, hier steht die gesamte Bandbreite der menschlichen Stimme zur Verfügung.
Musik:
Sie hat eine gewaltige Macht, was die Gefühle der Zuschauer angeht, kann aber auch inhaltlich von Bedeutung sein. Sie beeinflusst das Tempo von Szenen, kann beschleunigen oder lähmen, kann Elemente verbinden und trennen.
Atmos:
Allgemeine akustische Beschreibungen eines bestimmten Ortes, wie etwa ein Kaufhaus, ein Flughafen, ein Park etc. Manchmal können die Übergänge zwischen den Atmos zur Musik, besonders wenn es sich um so genannte „Ambient“-Musik handelt, recht fließend sein.
Geräusche:
Gemeint sind akustische Ereignisse, die wir quasi in einer Art Nahaufnahme deutlicher hören als den Rest der akustischen Ereignisse, die möglicherweise sogar im Bild erzeugt werden. Die Schritte der Darsteller, die Geräusche, die sie verursachen, wenn sie essen, arbeiten, etc. Wenn man nun diese Ereignisse nicht original am Drehort aufgenommen hat, sollte man sie, damit die Filmbilder nicht distanziert, wie durch eine Glasscheibe aufgenommen wirken, nachträglich bei der Vertonung hinzufügen.
Aufnahme während des Drehs
Dialoge:
Stimmen sollten möglichst sauber isoliert und mit hohem Nutzsignal aufgezeichnet werden. Wünscht man sich bewusst Hall, kann man ihn in der Mischung jederzeit nachträglich hinzufügen. Ein gleichmäßiger Abstand des Mikrofons vom Schauspieler hält den Pegel und auch die Schallreflektionen auf einem gleichmäßigen Stand. Auch die Hintergrundgeräusche bleiben auf einem einheitlichen Pegel im Verhältnis zur Stimme. Hier bieten sich zwei Methoden an:
Ansteckmikrofone - Den Schauspielern werden im Brustbereich Ansteckmikrofone angebracht. So kommt der Ton sehr direkt, Störgeräusche und Reflektionen haben einen geringen Anteil am Signal.
Tonangel - Der "Tonangler" versucht mit Hilfe einer sogenannten Tonangel so nahe wie möglich an den Mund des Schauspielers zu gelangen, ohne dass das Mikro im Bild zu sehen ist.
Geräusche:
Von Szenen mit ausgeprägten Geräuschen (Schritte, Geschirrklappern, Türen etc.) empfiehlt es sich, Nur-Ton aufzunehmen, bei denen die Schauspieler alle Handlungen nur für den Ton noch einmal ohne Dialoge durchspielen. Die Mikros sollten auf die Geräuschquellen und nicht auf den (schweigenden) Mund des Darstellers ausgerichtet werden.
Atmos:
Steht zur Nachvertonung keine große Geräuschbibliothek zur Verfügung, ist es sinnvoll, die Atmo jedes Drehortes extra aufzunehmen. Hierzu nimmt man mit einem möglichst empfindlichen Mikrofon den Raum auf, wenn "nichts" passiert.
Nachvertonung
Geräusche:
Der Originalton genügt selten den Vorstellungen der Zuschauer und überzeugt sie einfach nicht. Ganz besonders deutlich wird die Diskrepanz etwa bei Prügeleien. Die klingen ohne Sound-Effekts wie ein Kindergeburtstag mit Wattepusten. Niemand kann mit seiner bloßen Faust solch ein Geräusch erzeugen, wie es der Zuschauer erwartet. Das künstlich geschaffene Geräusch ist eine Art Übersetzung und auf Emotionalität optimiert. Deshalb werden häufig die Originaltöne (O-Ton) zusammen mit verstärkenden, unterstützenden Sound Effekten versehen, damit die Filmszene „realistischer“ wirkt.
Hier beginnt die hohe Kunst der Geräuschemacher: Schritte, das Rascheln der Kleidung beim Aufstehen, Schläge etc. entstehen akustisch häufig in einem Studio. Entweder man bedient sich einer Geräuschbibliothek oder man nimmt die Geräusche selber auf. Hierzu richtet man ein empfindliches Mikrofon direkt auf das Schallereignis aus, so dass man ein möglichst trockenes Signal erhält. Bei der Erzeugung der Geräusche sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Tabletts, Teller, leere Flaschen, Besteck, Becher, Korken, Kettchen, Kinderrasseln, Quietsche-Entchen etc. lassen sich brauchbar einsetzen.
Atmos:
Die Atmo erschließt die Atmosphäre einer Örtlichkeit oder Szene oft in einem mehr psychologischen als in einem informativen Sinne. Die Atmo besteht aus der Summe von Einzelgeräuschen, die an einem Ort vorhanden sind, ohne den durch unsere Filmhandlung oder Dialog hinzutretenden Originalton. Die Atmo bildet den akustischen Hintergrund einer Szene. Die Atmo kann akustisch die Szene einleiten, kann aber auch einer bestimmten Örtlichkeit akustische Konstanz verleihen. Im Umkehrschluss kann der harte Atmowechsel auch sofort anzeigen, dass wir nun in einer anderen Situation, einer anderen Szene sind. Sie wird häufig in der Vertonung hinzugefügt, um einen akustischen Raum zu schaffen, in den man dann die Geräuscheffekte und die Dialoge einbetten kann. Entweder man bedient sich einer Geräuschbibliothek, oder man verwendet während des Drehs erstellte Atmoaufnahmen.
Musik:
Ganz gleich, ob sie von im Bild sichtbaren Musikern gespielt oder als emotionale Tonebene hinzugemischt wird: Filmmusik ist ein ganz wichtiges Element zur Gestaltung von Filmen. Die Musik in Filmen kann sowohl aus bereits fertigen Musikaufnahmen von CD stammen (Gema beachten!) oder aber extra dafür komponiert worden sein.
Quelle: FB Medien, FH Düsseldorf  Ausstattung

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